BLOG: Philipp Tobollik-Coaching
Artikel über Flow, Führungsstärken, Kreative und Gestalter, Gesundheit
MEIN BLOG

Themen für
Kreative
und 
Gestalter.

Systemisches Coaching / Training / Consulting
für Kreative und Gestalter
Philipp Tobollik
29. April 2026

Entscheidungen treffen

Warum „einfach entscheiden" nicht so einfach ist und was wirklich dahintersteckt

Es klingt zunächst befreiend: „Es ist nicht wichtig, ob deine Entscheidung richtig oder falsch sein wird, triff eine Entscheidung und mache sie danach zur richtigen."

Dieser Satz hat etwas Verführerisches. Er befreit von Lähmung, von ewigem Abwägen, vom Kreisen um sich selbst. Er klingt nach Mut, nach Handlungskraft, nach gesundem Pragmatismus.

Aber bei näherer Betrachtung birgt er eine stille Gefahr. Denn er legt nahe, dass es letztlich egal ist, wie wir entscheiden, Hauptsache, wir entscheiden. Und das ist, mit Verlaub, ein Irrtum, der uns teuer zu stehen kommen kann.

Richtig oder falsch – eine falsche Frage
Wer eine Entscheidung trifft, tut das immer auf der Grundlage dessen, was er in diesem Moment weiß, spürt und für möglich hält. Es gibt keine Entscheidung, die im Nachhinein objektiv „richtig" oder „falsch" war, denn die Welt, auf die sie traf, hat sich seitdem verändert. Andere Faktoren wurden sichtbar. Neue Informationen tauchten auf. Der Kontext hat sich verschoben.

Was eine Entscheidung im Rückblick scheinen lässt, sagt wenig darüber aus, ob sie zum Zeitpunkt ihres Treffens klug war.

Die eigentliche Frage lautet deshalb nicht: War es richtig oder falsch? Sie lautet: War es die bestmögliche Entscheidung, gemessen an dem, was mir damals zur Verfügung stand?

Das ist kein semantischer Unterschied. Es ist ein grundlegender Perspektivwechsel, weg vom Urteil, hin zur Verantwortung.

Was dabei in uns geschieht
Unser Gehirn ist kein neutrales Analyseinstrument. Es filtert, gewichtet, schützt. Wenn eine Entscheidung ansteht, aktiviert sich nicht nur unser Verstand, es melden sich auch Gewohnheiten, Ängste, alte Muster.

Wer unter Druck entscheidet, entscheidet oft aus dem Stress heraus, nicht aus der Klarheit. Wer hingegen den Raum bekommt, alle verfügbaren Informationen zu sammeln, sie zu ordnen und mit Ruhe zu bewerten, trifft nicht nur eine mutigere Entscheidung. Er trifft eine fundiertere.

Bestmögliche Entscheidungen entstehen nicht im Schnellschuss. Sie entstehen dort, wo das, was wir wissen, das, was wir spüren, und das, was wir verantworten können, zusammenkommen.

Dabei lohnt sich ein Blick in den Automobildesign-Prozess
Kaum ein Bereich macht den Kern dieses Gedankens so greifbar wie die Automobilentwicklung. Wer ein Fahrzeug entwirft, das in fünf Jahren auf der Straße stehen soll, trifft heute Entscheidungen für eine Welt, die noch nicht existiert. Jede Linie, jede Proportion, jedes Material ist eine Wette auf die Zukunft.

Was ich in diesem Umfeld beobachtet habe: Eine gute Designentscheidung ist keine endgültige Wahrheit. Sie ist der konsequenteste Ausdruck dessen, was du in diesem Moment weißt und für stimmig hältst und sie hat nur dann Bestand, wenn du bereit bist, sie im nächsten Schritt wieder zu hinterfragen.

Was mich dabei am meisten beeindruckt hat: Designentscheidungen bauen aufeinander auf. Eine frühe Formentscheidung legt fest, was später überhaupt noch möglich ist. Wer eine Linie zu früh und zu unüberlegt zieht, schränkt alle nachfolgenden Entscheidungen ein oft ohne es zu merken. Das gilt nicht nur im Design. Das gilt überall, wo Entscheidungen ein System formen.

Sorgfältig Informationen zu sammeln, bevor man entscheidet, ist deshalb keine Schwäche. Es ist professionelle Verantwortung.

Der innere Konflikt beim Entscheiden
Viele Menschen, die sich schwer mit Entscheidungen tun, kämpfen nicht an der falschen Stelle. Sie kämpfen genau dort, wo es wehtut: an der Schwelle zwischen dem, was sie wissen, und dem, was sie noch nicht wissen können.

Da ist der Teil, der Klarheit will, der vorankommen möchte. Und da ist der Teil, der zögert,  nicht aus Feigheit, sondern weil er spürt, dass etwas noch fehlt.

Beide haben recht. Der Fehler entsteht nicht durch das Zögern selbst. Er entsteht, wenn das Zögern nicht genutzt wird, wenn man in der Lähmung bleibt, statt sie als Signal zu verstehen: „Welche Information fehlt mir noch?"

Vom Zögern zur Klarheit – Wie Entscheidungen gelingen

Entscheidungen gelingen nicht durch mehr Druck. Sie gelingen durch mehr Klarheit, über das, was man weiß, was man will, und was man verantworten kann.

  1. Informationen vollständig sammeln: 
    Bevor du entscheidest, frage dich: Habe ich wirklich alle Informationen gesammelt, die ich haben kann? Nicht alle, die es gibt, das ist unmöglich. Aber alle, die dir zugänglich und zumutbar sind.

     
  2. Zwischen Wissen und Spüren unterscheiden:
    Gute Entscheidungen entstehen dort, wo Kopf und Körper übereinstimmen. Was sagt dein Verstand? Was sagt dein Gefühl? Wenn beides in dieselbe Richtung zeigt, ist das ein starkes Signal.
     
  3. Die Entscheidung als vorläufig begreifen: 
    Eine Entscheidung zu treffen bedeutet nicht, sich für immer festzulegen. Es bedeutet, auf Basis des jetzigen Wissens den besten nächsten Schritt zu gehen, mit dem festen Vorsatz, offen zu bleiben.
     
  4. Verantwortung übernehmen, ohne sich zu bestrafen:
    Wenn eine Entscheidung sich im Nachhinein als suboptimal herausstellt, ist die Frage nicht: „War ich dumm?" Die Frage ist: „Was weiß ich jetzt, das ich damals nicht wusste und was nehme ich daraus mit?"

Fazit – Zurück zum Anfang
„Es ist nicht wichtig, ob deine Entscheidung richtig oder falsch sein wird, triff eine Entscheidung und mache sie danach zur richtigen."

Dieser Satz macht Sinn. Aber nur, wenn man ihn vollständig denkt.

Er macht Sinn, wenn man zuvor alle Informationen gesammelt hat, die möglich sind. Wenn man dann, mit dem besten verfügbaren Wissen, eine Entscheidung trifft und konsequent hinter ihr steht. Wenn man nicht nach der Bestätigung sucht, dass es die „richtige" war, sondern die Haltung mitbringt, sie zur bestmöglichen zu machen.

Und wenn man dabei niemals die Bereitschaft verliert, auch von dieser Entscheidung wieder abzukommen, sollte das, was man lernt, eine Anpassung verlangen.

Das ist kein Widerspruch. Das ist reife Entscheidungskraft.

Wie ich dich dabei unterstützen kann

Entscheidungen, die sich anfühlen wie ein Knoten, der sich nicht lösen lässt. Situationen, in denen du weißt, dass du etwas verändern möchtest, aber nicht weißt, wo du anfangen sollst. Oder Momente, in denen du längst entschieden hast, aber innerlich noch nicht angekommen bist.

Genau da setze ich mit meinem Coaching an.

Gemeinsam schauen wir, welche Informationen du wirklich brauchst, um klar zu sehen. Wir trennen, was dir wichtig ist, von dem, was dir Angst macht. Und wir finden den Punkt, an dem du bereit bist,  nicht weil alles sicher ist, sondern weil du weißt, was du weißt.

Entscheidungen treffen kann man lernen. Nicht als Technik. Sondern als innere Haltung.

Für Fragen, oder Anregungen, schreibe mir in die Kommentare.

Oder Vereinbare einfach ein kostenloses Erstgespräch

Autor: Philipp Tobollik
Themen: Mentale Gesundheit · Kreativität · Selbstführung
 

Zurück

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Dieses Feld ist ein Pflichtfeld

Dieses Feld ist ein Pflichtfeld

Dieses Feld ist ein Pflichtfeld

Bei der Übermittlung Ihrer Nachricht ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.

Sicherheitsüberprüfung

Ungültiger Captcha-Code. Versuchen Sie es erneut.

Information icon

Wir benötigen Ihre Zustimmung zum Laden der Übersetzungen

Wir nutzen einen Drittanbieter-Service, um den Inhalt der Website zu übersetzen, der möglicherweise Daten über Ihre Aktivitäten sammelt. Bitte überprüfen Sie die Details in der Datenschutzerklärung und akzeptieren Sie den Dienst, um die Übersetzungen zu sehen.